Das Handy in der Schule

Besonders am Handy scheiden sich die Geister. Erwachsene sehen im Handy in Regel ausschließlich das Telefon (mit maximal noch der SMS-Funktion). Da wird auch gerne stolz das uralte Handy präsentiert, weil das alles Wichtige kann, was man braucht und ein Handy mit mehr Funktionen ist ja völlig unnötig. Ich gehöre mittlerweile auch zu den Menschen die sich zumindestens leicht darüber aufregen, wenn im Zug oder Restaurant lautstark mit dem Handy telefoniert wird (ich biete dann auch immer gern an, das Fenster zu öffnen, weil bei der Gesprächslautstärke muss das ja auch ohne Handy gehen). Und mich nervt auch laute Musik aus Handys, auch da sag ich gerne mal meine Meinung im Bus.

Man muss aber einmal völlig losgelöst von eigenen Erfahrungen und der Tatsache wie man durchaus auch ohne Handy aufwachsen konnte sehen, dass das Handy inzwischen das am stärksten vertretene Medium bei Kindern und Jugendlichen ist. 92% aller 12- bis 19-jährigen besitzen ein Handy (JIM-Studie 2006). Bereits ein Viertel aller acht- und neunjährigen hat ein eigenes Handy; in der Gruppe 10- bis 11-jährige die Hälfte; bei 12- bis 13-jährigen drei Viertel (KIM-Studie 2006). Im Gegensatz zu anderen Medien bestehen kaum Unterschiede zwischen den Bildungsgruppen oder den Geschlechtern. Als Kommunikationsgerät strukturiert es das tägliche Leben der Jugendlichen und dient zur Organisation des Alltags. Das Handy ist ein wichtiges Instrument um sich einen eigenen, individuellen und unkontrollierten Medienraum zu schaffen, in dem sich Jugendliche frei bewegen und ausleben können.

handy

Nun kann man sich natürlich fragen, ob diese hohe Bedeutung für das Leben von Jugendlichen gerechtfertigt und überhaupt sinnvoll ist. Ich halte das aber eher für eine philosophische Frage, die es ähnlich schon in allen Generationen gegeben hat. Ich habe mir eher angewöhnt mich dafür zu interessieren was Jugendliche so alles mit dem Handy anfangen und ich beginne zu verstehen und weitestgehend zu akzeptieren.

Beim Thema Handy und Schule denken wir natürlich zunächst an die verbotenen Inhalte, die auf dem Schulhof getauscht werden und an „Mobbing“-Videos.

Nach den Schulgesetzen der Länder haben Schulleitung und Lehrkräfte die Möglichkeit, Gegenstände, die den Unterricht stören, einzubehalten. An den meisten Schulen ist ein generelles Verbot von Handys im Unterricht oder sogar auf dem gesamten Schulgelände erlassen worden. Ich denke, das Verbot von Handys im Unterricht ist sinnvoll und auch unproblematisch zu vermitteln. Auch ich durfte während meiner Schulzeit im Unterricht nicht Skatspielen, Briefmarken tauschen oder mit dem Walkman Musik hören. Diese Regelung fand ich auch nicht immer klasse, aber ich habe es doch verstanden und es war ja auch nicht so, dass Skatspielen, Briefmarken oder der Walkman insgesamt als schlecht bezeichnet wurden.

Ein komplettes Verbot für den gesamten Schulbereich halte ich erst einmal für schwer durchsetzbar (ein hoher Aufwand an zeitlichen und personellen Kontrollmaßnahmen) und zum anderen frage ich mich, ob dies der richtige Weg ist und ob es sinnvoll ist, ein Medium mit derartigem Stellenwert in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen in der Schule zum Tabu zu erklären. Generelle Handyverbote verschieben lediglich das Problem in den außerschulischen Bereich und fördern weder Medienkompetenz noch einen verantwortungsvollen und vernünftigen Umgang mit dem Handy. Außerdem, da sollten wir uns nichts vormachen, ist alles was verboten ist und alles was für Erwachsene unnütz ist, erstrecht unglaublich interessant für Kinder und Jugendliche.

Zunächst müssen sich meiner Meinung nach Eltern, Lehrer und Schulleitungen Gedanken darüber machen, was eigentlich verboten werden soll und wo die Gefahren und Probleme im Zusammenhang mit dem Handy liegen. Es kann ja nicht darum gehen, das Jugendliche nicht mehr auf dem Schulhof einen Klingelton tauschen, sich den Termin für die nächste Mathematikarbeit in ihren Handykalender eintragen oder das sich Schüler sich gegenseitig die Fotos aus dem letzten Urlaub oder der Party zeigen. Es muss darum gehen, das Schüler keine heimlichen Fotos anderer Mitschüler oder Lehrer machen und dies dann auch für Mobbing einsetzen und es muss klar sein, das das tauschen von Pornografischen oder Gewaltverherrlichenden Videos verboten sein muss. Also all dies, was auch schon vor dem Handyzeitalter verboten war und eben nicht für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Sinnvoll ist es dazu klare Spielregeln aufzustellen. Das beinhaltet die deutliche Benennung und Thematisierung von verbotenen Handlungen, Inhalten und deren Konsequenzen. Ich bin natürlich auch nicht so naiv um zu glauben, das wenn etwas verboten ist, sich alle Schüler gleichermaßen daran halten und mit Spielregln alles eingedämmt wird. Aber ich bin fest davon überzeugt, das es ein positives Signal setzt: „Hallo Schüler, wir akzeptieren eure Kultur und eure Kommunikationsstrukturen. Wir verbieten und verteufeln nicht Pauschal, sonder wir haben uns damit auseinandergesetzt“. Ich habe ja den großen Vorteil, dass ich eben nicht der Lehrer bin, wenn ich an Schulen mit Schülern arbeite. Mir erzählen Schüler häufig die Dinge, die sie Lehrern nicht erzählen würden und ich weiß aus der Erfahrung, das sich Kinder und Jugendliche wünschen, das sich Erwachsenen mit dem auseinandersetzen was sie beschäftigt und nicht pauschal etwas verbieten. Kinder und Jugendliche haben dann auch meist keine Probleme mit Spielregeln.

Natürlich wird es immer Kinder und Jugendliche gegen, die sich nicht an Spielregeln halten. Aber das gibt es in allen Bereichen des Lebens. Mir ist es wichtig den Versuch zu machen, das Thema Ernst zu nehmen und kompetent aufzuarbeiten.

Zudem müssen schnellstens kreative Projekte zum Thema Handy in den Schulen angeboten werden. Hier geht es darum Alternativen aufzuzeigen, ein Bewusstsein zu schaffen und die kreativen Potentiale und die technischen Kompetenzen die die Jugendlichen haben zu fördern.

Hierzu gibt es ein hervorragendes Beispiel aus Rheinland-Pfalz. Die medien+bildung.com hat mit ihren Projekten „Taschenfunk“ und „my mobile“ Konzepte und Materialien für den Einsatz des Handy im Sinne des integrierten Lernens entwickelt und durchgeführt.

medien+bildung.com

Viral Video Award

Im Rahmen des 25. Internationalen Kurzfilmfestival Berlin, das vom 03. bis 08. November 2009 stattfindet, veranstalten interfilm Berlin und Zucker.Kommunikation mit dem “international viral video award“ die zweite Ausgabe des Wettbewerbs für virale Filme auf einem Filmfestival in Deutschland.

Alle Einreichungen sollten die Absicht haben, eine werbliche, ideelle, politische oder originelle Botschaft zu vermitteln. Sie durften höchstens zwei Jahre alt sein und sollten online unterwegs sein. Eine Jury wählte aus allen Einreichungen die besten Virals aus, die nun am Online-Publikums-Voting teilnehmen. Parallel werden die Beiträge von einer Fachjury prämiert. Alle Filme, die es bis ins Online-Voting geschafft haben, werden im Rahmen des 25. Internationalen Kurzfilmfestivals Berlin auch auf Leinwand präsentiert. Im Rahmen einer Key Note wird während des Festivals über Gegenwart und Zukunft von Virals diskutiert.

Das online voting startete gestern am 5. Oktober. Einer meiner Favoriten ist sicher „Urban Hack Attack“. Hat auch wieder viel mit meiner Medienkindheit zu tun.

Programm des 5. Trashfilmfestivals in Kassel

Liebe Trashfilmfreunde,

das Programm für das 5. Phantastische Trashfilm Festival steht. Durch das Festival führen die zauberhafte Eva-Maria Balkenhol und der phantastische Stephan Haberzettl. Unter www.spontitotalfilm.com gibt es zusätzlich Fotos zu den Filmen.

Ich hab grad noch mit Ralf Kemper, dem Organistator, telefoniert und er meint, das Einlass erst ab 18 Jahren sein wird.

Freitag 09.10.2009:

Rettet den Gimpel (Thilo Neubauer/Leipzig, 85min)
Er ist bedroht, der Gimpel. Ein Filmteam macht sich auf, den sagenhaften Gimpel zu suchen und ihn zum Paaren zu animieren. Versagen sie, wird der Gimpel unweigerlich aussterben.

Flesh for the King (Markus Wimberger/Wien, 40min)
Ein verrückter Elvis-Imitator, ein zugedröhnter Rockstar, sein gestresster Manager und ein kettenrauchender Inspektor. Das sind die Zutaten für diese skurrile Horror-Groteske.

Morgens um 7 in Deutschland (Corinna Hartmann/Kassel, 3min)
Eine Stewardess und ein Bauarbeiter hinter den Kulissen.

Mobiad (Daniel Hellwig/Kassel, 40min)
Mike und Valentin gelangen auf merkwürdige Weise in die ihnen unbekannte Welt von Mobiad. Dort werden sie von König Emercho verfolgt, sich dessen unbewusst, dass sie für ihn eine tödliche Gefahr darstellen. Von nun an werden sie von Kopfgeldjägern gejagt. Mit Hilfe eines Wanderers und einer jungen Diebin stellen sie sich dem Kampf.

Sadisticum (Sebastian Radtke/München, 57min)
Sadisticum erzählt die Geschichte eines Mannes, für den es im Leben nur eine einzige Aufgabe zu geben scheint, dass quälen und töten seiner Mitmenschen. „Hostel“ und „Saw“ lassen grüßen. Nichts für schwache Nerven.

Dark Awakening (Ole Oberländer/Berlin, 12min)
In dem Kurzfilm „Dark Awakening“ von Ole Oberländer versuchen Satanisten ihren Meister zu beschwören, doch anstelle von Satan erscheint Jesus und das ganze nimmt eine schockierende Wendung.

Stimmabgabe und Bekanntgabe Publikumspreis

Trashwohnzimmer am Freitag (Beiträge laufen in Schleife):
Der Teddybär Komplott (Patrik Ahrend/Kassel, 8min)
Parodie auf viele Filme gedreht am Dörnberg.
Bru-Ce-Kae (Tressco, 14min)
Marianne’s magic gift is abused by her father to make money.
But tonight there is, just maybe, a glimpse of a chance to escape this tragic doom loop once and for all.
Skirl (Ray Juster/Hamburg, 21min)
Serial Killers in Real Love.

Samstag 10.10.2009:

BloodBound (Ully Fleischer/Köln, 102min)
Ein Dämon aus Engelsblut. Ein Geheimbund, der Jahrhunderte überdauerte. Zwei Freunde schlittern in einen Endlosen Krieg.

Kiemen (Anne Winterhager/Grevenbroich, 10min)
Ein Film über den Klimawandel. Zwei Mädchen haben Angst ins ehemals so geliebte Schwimmbad zu gehen. Geht doch in ihrer Schulklasse um, dass auf der Wasseroberfläche Eis wächst und man, – geht man mal Tauchen – ,vielleicht unter Wasser stirbt oder eben schnell Kiemen entwickeln muss um dort leben zu können.

Anywhere Anyone (Noah Hunter/Kassel, 40min)
Ein Auftragskiller, eine Psychotherapeutin, ein rebellisches Kind, ein leidender Verlobter, eine ältere Dame und ein Zeitraum von 18 Stunden, der alle miteinander verbindet.

Mouse Falle (Eckhard Kruse/Heidelberg, 1min)
Ein Mann, eine Maus, eine Falle.

H5N1 (Mark Auerbach/Rostock, 18min)
Ein Forscherteam muss ein, vom Vogelgrippevirus verseuchtes Haus untersuchen – mit gruseligen Folgen.

Nathanael (Felix Metzner, Christina Bachler/Wien, 5min)
Nathanaels Traumwelt, seine Furcht vor dem bösen Optiker Coppola und sein irreales Verlangen nach der mechanischen Puppe Olimpia.

The Labatory of Dr. Rotten (Claudia Rindler/CH Hirzel, 6min)
Tote Föten werden im Labor von Frau Dr. Rotten zum Leben erweckt und dafür ist jedes Mittel recht. Man schreckt vor Herztransplantationen und anderen chirurgischen Eingriffen nicht zurück.

End of Night (Felix Brand/Haverlah, 9min)
In einer abgelegenen Bar treffen sich merkwürdige Gestalten auf den sprichwörtlichen letzten Drink. Leider haben einige einen ungesunden Appetit auf Menschenfleisch mitgebracht.

Stimmabgabe und Bekanntgabe Publikumspreis

Trashwohnzimmer am Samstag (Beiträge laufen in Schleife):
Metal Man (Martin Piwek/Kiel, 8min)
Die Disco-Dancers legen sich mit den falschen Headbangern an. Das wird ihnen zum Verhängnis.
Vampiers in Vienna (Wolf Morrison/Wien, 29min)
Auf der Suche nach dem Mörder seines Vaters verschlägt es Robert Van Helsing nach Wien, wo sich Vampire eingenistet haben, die dort nicht wirklich auffallen unter all den verrückten Wienern. Er trifft dort auf Graf Dracula und die beiden Schönheiten Isabelle und Pia. Gemeinsam kämpfen sie gegen die fiese Vampire Queen und ihren Punk Freund Morlock, die gemeinsam die Weltherrschaft anstreben und alle Menschen in Vampire verwandeln wollen.

iLearn oder rettet der Laptop die Schulen?

Vor ein paar Tagen bekam ich einen Link zu einem sehr interessanten Film und Artikel über eine Mittelschule in der Bronx getwittert. Die CIS 339 wurde auf Initiative des neuen Schulleiters Jason Levy in das „iLearn“ Programm des New York City Deptartment of Education aufgenommen und bekam im September 2006 eine große Anzahl an Laptops für Schüler und Lehrer. Nach einen Trainingsprogramm wurden die Laptops direkt im Unterricht eingesetzt. Der Erfolg war erstaunlich, stand die Schule vorher noch kurz vor der Schließung, ist sie nun eine echte Vorzeigeschule. Die Leistungen der Schüler haben sich erheblich verbessert und der Schulalltag und das Lernen haben sich gewaltig verändert.

Film und Artikel

Obwohl ich als Medienpädagoge natürlich begeistert von dieser Art des Lernens bin, habe ich, wie viele andere, auch eine leicht ambivalente Position zu diesem Thema und ich bin nicht von allen neuen Technologien und Anwendung restlos überzeugt. Natürlich ist der Laptop nicht das Allheilmittel, um lernmüde und gelangweilte Schüler wieder ins Boot zu holen, aber es ist und bleibt ein hervorragender Ansatz. Ich glaube es geht nicht um die Frage, ob man technische Entwicklungen einsetzen muss, um den Unterricht interessanter zu gestalten. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass im Vergleich zum Frontalunterricht und dem Lernen wie vor 30 Jahren, jede Art von anderem Unterricht mich mehr motiviert und stärker mein Interesse geweckt hat.

Spielzeug oder Werkzeug?

Das ist genau die Frage, die Lehrer gerne sofort stellen. Nein, der Laptop und das Internet sind kein Spielzeug. Und selbst wenn wir es als Spielzeug begreifen würden,Jason Levy wäre das nicht wirklich dramatisch. Im Spiel lernen Kinder und auch Jugendliche schnell und nachhaltig. Eltern und Lehrer sollten die mediale Welt von heute aber eher als Werkzeug sehen. 

Gehen andere Fähigkeiten verloren?

Klar will niemand Kinder, die ihr Leben ausschließlich über die Tastatur gestalten. Und niemand will Jugendliche, die nicht mehr in der Lage sind, mit einem Stift einen Text zu Papier zu bringen. Ok, und dass sie ab und an mal ein echtes Buch lesen, würden wir uns schon wünschen. Natürlich müssen die grundlegenden Dinge weiter eine wichtige Rolle im Schulalltag spielen. Lesen, Schreiben, Rechnen, soziales Miteinander, Diskussionen, Gruppenarbeit und vieles mehr sind wichtig und dürfen auch im digitalen Zeitalter nicht aus den Augen verloren werden. Dieses „Basiswissen“ geht mit dem Einsatz neuer Technologien nicht verloren (auch wenn uns das einige Lehrer hartnäckig einreden wollen). Es wird nur auf eine andere Ebene verschoben – eben mit neuen Werkzeugen bearbeitet.

Noch ein Wort zu den Eltern und deren Sorgen. Kinder und Jugendliche verbringen genau so viel Zeit vor dem PC, wie sie auf der anderen Seite keine Alternativen geboten bekommen. Klingt komisch, ist aber so. Und ich kenne viele Grundschulkinder, die noch nie eine Bibliothek von innen gesehen haben oder einen Fußball nur aus dem Fernsehen kennen.

Multitaskingfähigkeit – Fluch oder Segen?

Kinder und Jugendliche erfassen heute technische Dinge unglaublich schnell und ihre Fähigkeit, verschiedene Dinge gleichzeitig zu tun ist beeindruckend (nehmen Sie nur einmal eine ganz normale Chat-Kommunikation). Auf der anderen Seite haben sie oft erhebliche Defizite, was die Konzentration oder das längere Arbeiten an einem Thema betrifft. Ebenso erlebe ich es oft, dass Schüler mit den im Internet angebotenen Ergebnissen nur schwer etwas anfangen können, wenn es sich um lange Texte handelt oder es Seiten sind, auf denen man zunächst etwas suchen muss, um das gewünschte zu finden. Ob all dies in einen Zusammenhang steht, vermag ich nicht zu beurteilen, ich glaube aber eher, das dies ein allgemeines Problem ist, über dessen Ursachen ich jetzt auch nichts tiefgründiges sagen könnte. Ich glaube hier gilt es einfach, eine gute Balance zu finden.

Laptops einfach nur hinstellen?

Nein, um Laptops zielgerichtet im Unterricht einzusetzen bedarf es zunächst Überlegungen, wie und in welchem Fach der Einsatz erfolgen soll. Sie müssen fest im Unterrichtsplan verankert werden und selbstverständlich im Kontext mit anderen Lehr- und Lernformen stehen. Das Schöne ist, dazu muss man sich noch nicht einmal etwas Neues einfallen lassen – Konzepte und Beispiele findet man im Internet genug.

Mein Fazit

Wenn ich vor der Wahl stehen würde, ob mein jüngster Sohn (10) auf eine Schule mit Laptops oder eine old-school-school gehen sollte, wüsste ich wie ich mich entscheiden würde.

Videocamp 2009

Bereits zum 7. Mal fand das jährliche Videocamp des Medienprojektzentrums Offener Kanal Kassel und dem Jugendbildungswerk Baunatal statt. 30 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren und sechs Teamer waren diesmal auf der Burg Ludwigstein, um gemeinsam fünf Tage lang Drehbücher zu schreiben und Videofilme zu drehen.

Während eines Vorbereitungstages am Samstag den 8. August im MOK Kassel haben die Jugendlichen in verschiedenen Workshops die Grundzüge des Drehbuchschreibens, der Schauspielerei und die technischen Grundlagen der Kameratechnik erlernt und direkt im Anschluß damit begonnen, ihre Ideen für Kurzfilme zu Papier zu bringen. Die Gesamtgruppe teilte sich in drei ungefähr gleiche Gruppen und in den Kleingruppen wurden in diesem Jahr Drehbücher zu einem Krimi, einer Komödie und einem Horrorfilm entwickelt.

Am Montag den 10. August ging es dann morgens mit dem Reisebus auf die Burg Ludwigstein. Die Burg Ludwigstein war bereits 2002 und 2003 Schauplatz des Videocamps und zeichnet sich natürlich in erster Linie durch die wundervolle historische Kulisse aus, außerdem gibt es ein kleines Schwimmbad, das eine hervorragende Abwechslung zu anstrengenden Drehtagen bietet.

Der Montag und Dienstag waren bestimmt von Detailplanungen und Dreharbeiten. Videocamp bedeutet zwar Ferien und Spaß für die Jugendlichen, aber das Drehen eines Filmes und die damit verbundene Teamarbeit setzt bei den Jugendlichen unglaubliche Kreativität und Engagement frei, so das es nicht ungewöhnlich ist, das von morgens bis spät in die Nacht gedreht wird. Neben der Vermittlung von Medienkompetenz die zwangsläufig mit einem solchen Projekt verbunden ist, geht es um die Grundlegenden Dinge des sozialen Miteinanders und das Ausprobieren und Erfahren verschiedenster Fähigkeiten vor und hinter Kamera.

Am Mittwoch und Donnerstag wurden dann die letzten Szenen gedreht und die Filme geschnitten. Wie schon bei der Ideenentwicklung, den Drehbüchern, der Umsetzung mit der Kamera, war auch der Schnitt selbstständig von den Jugendlichen durchgeführt. Die Teamer der einzelnen Gruppen standen im gesamten Prozess immer hilfreich zur Seite und halfen in allen Phasen der Produktionen. Das auch durchaus Ergebnisorientiert, denn das Ziel der Jugendlichen sind Filme, auf die sie stolz sein können und die sie anschließend im Bekanntenkreis und unter Freunden präsentieren können. Dieses Prinzip der Anleitung zum Selbermachen und das Ziel eines tollen Filmes sind so etwas wie der Erfolgsgarant des Videocamps. Es sind die Ergebnisse der Jugendlichen und die identifizieren sich zu 100% mit den Ergebnissen.

Am Donnerstagabend um 18 Uhr wurden die fertigen Filme dann der Öffentlichkeit präsentiert. Hierzu werden traditionell alle Eltern und andere Gruppen die zu der Zeit am Veranstaltungsort sind (und die Dreharbeiten mitbekommen haben und teilweise sogar als Statisten eingesetzt wurden) eingeladen. Auch die diesjährige Präsentation, die wie immer von den Jugendlichen selbst moderiert wurde, war ein großer Erfolg und die Zuschauer waren begeistert von den Ergebnissen. Auch in guter Tradition werden die Eltern nach der Präsentation nach Hause geschickt und die Präsentation wird von den Jugendlichen und den Teamern gefeiert. Der anschließende Freitag wird dann zur Reflektion der Filme und des Videocamps an sich genutzt. Auch in diesem Jahr gab es viel Lob von den Jugendlichen an die Teamer und nur wenige Kritikpunkte, wie zum Beispiel: „Das Wetter war schlecht“ und „das Videocamp müsste länger gehen“

Ein Beispiel des Videocamps möchte ich hier präsentieren. Es ist der Horrorfilm „the forgotten“. Ziel der Jugendlichen war es, einen „echten“ Horrorfilm zu produzieren, bei dem man sich als Zuschauer erschreckt und auch ein bisschen fürchtet. Da bei ging es nicht um den Einsatz von Splatterlementen, sondern vielmehr um die Geschichte und die Spannung, ohne alles im Detail zu zeigen.

Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz

morgenroethe KopieBei meinem vorletzten Besuch in Stollberg bei der Familie meiner Freundin, las ich in der dortigen Lokalzeitung einen Artikel über die Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz. Nun ist mir natürlich Sigmund Jähn ein Begriff und dunkel konnte ich mich sogar daran erinnern, das er dort geboren ist. Da mich die Raumfahrt schon immer interessiert hat (siehe 1. Fernseherlebnis) war klar, das ich unbedingt in die Ausstellung wollte. Von Stollberg aus ist es auch nur eine gute Stunde mit dem Auto durch das Vogtland zu fahren.

Die Strecke kann man schon als malerisch bezeichnen, zumal wir auf der Fahrt herrlichstes Wetter hatten. Was mir aufgefallen ist, ist das es unzählige alte leerstehende Fabrikgebäude, teilweise mitten im Wald, gibt. Es ist eben mittlerweile eine Gegend, in der wenig Arbeitsplätze vorhanden sind und aus der die Jugend eher wegzieht.

In Morgenröthe-Rautenkranz angekommen, sind wir dann direkt zu der großen Halle mit der Raumfahrtausstellung gefahren. Schwer zu finden war es nicht, da das Dorf eher klein und überschaubar ist. Die Ausstellung selbst hat mich dann wirklich beeindruckt. Im Bereich der bemannten Raumfahrt gibt es neben Originalraumanzügen viele interessante Exponate. Viele Kosmonauten und Astronauten haben dazu die Ausstellung mit Geschenken und Leihgaben unterstützt. Ein weiteres Highlight ist sicher das MIR-Trainingsmodul, in dem viele Astronauten auf ihren Aufenthalt im Weltraum vorbereitet worden sind. Insgesamt kann ich diese wirklich schön gemachte Ausstellung empfehlen.

Mit freundlicher Genehmigung von www.klangundkleid.de
Mit freundlicher Genehmigung von http://www.klangundkleid.de

Anschließend waren wir dann noch bei Verwandten, die in Morgenröthe-Rautenkranz leben, auf eine Tasse Kaffee. Hier habe ich dann auch erfahren, das meine Freundin Sigmund Jähn fast persönlich getroffen hätte. Sie war unter den Gewinnern eines Malwettbewerbs zum Thema Weltraum und wurde nach Berlin eingeladen um ihn zu treffen. Leider, leider lag das aber genau in der Zeit, wo der lang beantragte Sommerurlaub an der Ostsee stattfand…

> Sigmund Jähn auf wikipedia

5. Phantastischer Trashfilm Festival 2009

Bereits zum 5. Mal findet in Kassel das „Phantastischer Trashfilm“ Festival statt. Am 9. und 10. Oktober werden in der Kulturfabrik Salzmann Video-Produktionen der Gattung Trash, Horror und Fantasy gezeigt.

trashfilm09

Wer am Festival teilnehmen möchte, hat noch bis zum 30. August Zeit seinen Film einzureichen (Format DVD oder MiniDV):

spontitotalfilm
c/o Ralf Kemper
Langenhofsweg 5
34134 kassel

Mehr Infos zu den vorangegangenen Festivals gibt es bei spontitotalfilm.

Passend zum Festival ist Ralf Kempers Film „Toxic Lullaby“ in diesen Tagen abgedreht. Als kleinen Vorgeschmack gibt es hier den Trailer:

Trailer Toxic Lullaby