Augmented reality

CC-Foto: Verena Dauerer / antjeverena
CC-Foto: Verena Dauerer / antjeverena

Meine erste Begegnung mit Augmented Reality (Erweiterter Realität) hatte ich vor zwei Wochen im Lego Store in Hamburg. An der „DIGITAL BOX“ kann man bestimmte LEGO Sets vor die Kamera halten und sieht dann auf dem Monitor beispielsweise einen Hydraulik-Bagger oder eine Polizeistation dreidimensional auf der Verpackung. Das 3D Bild folgt jeder Bewegung, die man mit dem Set macht – man kann es drehen und kippen. Wirklich faszinierend und die Box war ständig umringt von kleinen und großen Kunden.

 

CC-Foto: Verena Dauerer / antjeverena
CC-Foto: Verena Dauerer / antjeverena

 

Möglich macht dies die Software von metaio, mit der virtuelle 3DAnimationen in einem Live-Videobild mit der realen Verpackung verschmelzen. So sieht man genau, was im Set steckt. Das Konzept dahinter heißt: „Smart Packaging“.

 

 

 

Ich dachte ja, das wäre eine Lego-eigene Entwicklung, aber gestern wollte mein Sohn (10) ein Plug-In installieren (wir haben u.a. die Absprache, das er bei so etwas immer vorher fragt) um ein Fußballsammelbild in 3D zu sehen. naldo1 Also fix das Plug-In installiert, Webcam angemacht, das spezielle Sammelbild davorgehalten und plötzlich stand der Werder Bremen Spieler Naldo animiert auf der Karte. Gut, das war mehr eine Spielerei, aber trotzdem sehr gelungen. Ein 3D-Sammelbild gibt es übrigens im aktuellen (oder in dem davor…) Micky Maus Heft und die Internetseite für die AR Anwendung ist auf Toppsfussball.de

 

Einen sehr guten Fernsehbeitrag zum Thema Augmented Reality findet man in der 3SAT Mediathek.

Und hier noch ein Link zu Flar Toolkit. Das werde ich die Tage mal ausprobieren. Wer da schon Erfahrungen gemacht hat, kann gerne einen Kommentar schreiben.

Das Handy in der Schule

Besonders am Handy scheiden sich die Geister. Erwachsene sehen im Handy in Regel ausschließlich das Telefon (mit maximal noch der SMS-Funktion). Da wird auch gerne stolz das uralte Handy präsentiert, weil das alles Wichtige kann, was man braucht und ein Handy mit mehr Funktionen ist ja völlig unnötig. Ich gehöre mittlerweile auch zu den Menschen die sich zumindestens leicht darüber aufregen, wenn im Zug oder Restaurant lautstark mit dem Handy telefoniert wird (ich biete dann auch immer gern an, das Fenster zu öffnen, weil bei der Gesprächslautstärke muss das ja auch ohne Handy gehen). Und mich nervt auch laute Musik aus Handys, auch da sag ich gerne mal meine Meinung im Bus.

Man muss aber einmal völlig losgelöst von eigenen Erfahrungen und der Tatsache wie man durchaus auch ohne Handy aufwachsen konnte sehen, dass das Handy inzwischen das am stärksten vertretene Medium bei Kindern und Jugendlichen ist. 92% aller 12- bis 19-jährigen besitzen ein Handy (JIM-Studie 2006). Bereits ein Viertel aller acht- und neunjährigen hat ein eigenes Handy; in der Gruppe 10- bis 11-jährige die Hälfte; bei 12- bis 13-jährigen drei Viertel (KIM-Studie 2006). Im Gegensatz zu anderen Medien bestehen kaum Unterschiede zwischen den Bildungsgruppen oder den Geschlechtern. Als Kommunikationsgerät strukturiert es das tägliche Leben der Jugendlichen und dient zur Organisation des Alltags. Das Handy ist ein wichtiges Instrument um sich einen eigenen, individuellen und unkontrollierten Medienraum zu schaffen, in dem sich Jugendliche frei bewegen und ausleben können.

handy

Nun kann man sich natürlich fragen, ob diese hohe Bedeutung für das Leben von Jugendlichen gerechtfertigt und überhaupt sinnvoll ist. Ich halte das aber eher für eine philosophische Frage, die es ähnlich schon in allen Generationen gegeben hat. Ich habe mir eher angewöhnt mich dafür zu interessieren was Jugendliche so alles mit dem Handy anfangen und ich beginne zu verstehen und weitestgehend zu akzeptieren.

Beim Thema Handy und Schule denken wir natürlich zunächst an die verbotenen Inhalte, die auf dem Schulhof getauscht werden und an „Mobbing“-Videos.

Nach den Schulgesetzen der Länder haben Schulleitung und Lehrkräfte die Möglichkeit, Gegenstände, die den Unterricht stören, einzubehalten. An den meisten Schulen ist ein generelles Verbot von Handys im Unterricht oder sogar auf dem gesamten Schulgelände erlassen worden. Ich denke, das Verbot von Handys im Unterricht ist sinnvoll und auch unproblematisch zu vermitteln. Auch ich durfte während meiner Schulzeit im Unterricht nicht Skatspielen, Briefmarken tauschen oder mit dem Walkman Musik hören. Diese Regelung fand ich auch nicht immer klasse, aber ich habe es doch verstanden und es war ja auch nicht so, dass Skatspielen, Briefmarken oder der Walkman insgesamt als schlecht bezeichnet wurden.

Ein komplettes Verbot für den gesamten Schulbereich halte ich erst einmal für schwer durchsetzbar (ein hoher Aufwand an zeitlichen und personellen Kontrollmaßnahmen) und zum anderen frage ich mich, ob dies der richtige Weg ist und ob es sinnvoll ist, ein Medium mit derartigem Stellenwert in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen in der Schule zum Tabu zu erklären. Generelle Handyverbote verschieben lediglich das Problem in den außerschulischen Bereich und fördern weder Medienkompetenz noch einen verantwortungsvollen und vernünftigen Umgang mit dem Handy. Außerdem, da sollten wir uns nichts vormachen, ist alles was verboten ist und alles was für Erwachsene unnütz ist, erstrecht unglaublich interessant für Kinder und Jugendliche.

Zunächst müssen sich meiner Meinung nach Eltern, Lehrer und Schulleitungen Gedanken darüber machen, was eigentlich verboten werden soll und wo die Gefahren und Probleme im Zusammenhang mit dem Handy liegen. Es kann ja nicht darum gehen, das Jugendliche nicht mehr auf dem Schulhof einen Klingelton tauschen, sich den Termin für die nächste Mathematikarbeit in ihren Handykalender eintragen oder das sich Schüler sich gegenseitig die Fotos aus dem letzten Urlaub oder der Party zeigen. Es muss darum gehen, das Schüler keine heimlichen Fotos anderer Mitschüler oder Lehrer machen und dies dann auch für Mobbing einsetzen und es muss klar sein, das das tauschen von Pornografischen oder Gewaltverherrlichenden Videos verboten sein muss. Also all dies, was auch schon vor dem Handyzeitalter verboten war und eben nicht für Kinder und Jugendliche geeignet ist. Sinnvoll ist es dazu klare Spielregeln aufzustellen. Das beinhaltet die deutliche Benennung und Thematisierung von verbotenen Handlungen, Inhalten und deren Konsequenzen. Ich bin natürlich auch nicht so naiv um zu glauben, das wenn etwas verboten ist, sich alle Schüler gleichermaßen daran halten und mit Spielregln alles eingedämmt wird. Aber ich bin fest davon überzeugt, das es ein positives Signal setzt: „Hallo Schüler, wir akzeptieren eure Kultur und eure Kommunikationsstrukturen. Wir verbieten und verteufeln nicht Pauschal, sonder wir haben uns damit auseinandergesetzt“. Ich habe ja den großen Vorteil, dass ich eben nicht der Lehrer bin, wenn ich an Schulen mit Schülern arbeite. Mir erzählen Schüler häufig die Dinge, die sie Lehrern nicht erzählen würden und ich weiß aus der Erfahrung, das sich Kinder und Jugendliche wünschen, das sich Erwachsenen mit dem auseinandersetzen was sie beschäftigt und nicht pauschal etwas verbieten. Kinder und Jugendliche haben dann auch meist keine Probleme mit Spielregeln.

Natürlich wird es immer Kinder und Jugendliche gegen, die sich nicht an Spielregeln halten. Aber das gibt es in allen Bereichen des Lebens. Mir ist es wichtig den Versuch zu machen, das Thema Ernst zu nehmen und kompetent aufzuarbeiten.

Zudem müssen schnellstens kreative Projekte zum Thema Handy in den Schulen angeboten werden. Hier geht es darum Alternativen aufzuzeigen, ein Bewusstsein zu schaffen und die kreativen Potentiale und die technischen Kompetenzen die die Jugendlichen haben zu fördern.

Hierzu gibt es ein hervorragendes Beispiel aus Rheinland-Pfalz. Die medien+bildung.com hat mit ihren Projekten „Taschenfunk“ und „my mobile“ Konzepte und Materialien für den Einsatz des Handy im Sinne des integrierten Lernens entwickelt und durchgeführt.

medien+bildung.com

Viral Video Award

Im Rahmen des 25. Internationalen Kurzfilmfestival Berlin, das vom 03. bis 08. November 2009 stattfindet, veranstalten interfilm Berlin und Zucker.Kommunikation mit dem “international viral video award“ die zweite Ausgabe des Wettbewerbs für virale Filme auf einem Filmfestival in Deutschland.

Alle Einreichungen sollten die Absicht haben, eine werbliche, ideelle, politische oder originelle Botschaft zu vermitteln. Sie durften höchstens zwei Jahre alt sein und sollten online unterwegs sein. Eine Jury wählte aus allen Einreichungen die besten Virals aus, die nun am Online-Publikums-Voting teilnehmen. Parallel werden die Beiträge von einer Fachjury prämiert. Alle Filme, die es bis ins Online-Voting geschafft haben, werden im Rahmen des 25. Internationalen Kurzfilmfestivals Berlin auch auf Leinwand präsentiert. Im Rahmen einer Key Note wird während des Festivals über Gegenwart und Zukunft von Virals diskutiert.

Das online voting startete gestern am 5. Oktober. Einer meiner Favoriten ist sicher „Urban Hack Attack“. Hat auch wieder viel mit meiner Medienkindheit zu tun.