Videocamp 2009

Bereits zum 7. Mal fand das jährliche Videocamp des Medienprojektzentrums Offener Kanal Kassel und dem Jugendbildungswerk Baunatal statt. 30 Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren und sechs Teamer waren diesmal auf der Burg Ludwigstein, um gemeinsam fünf Tage lang Drehbücher zu schreiben und Videofilme zu drehen.

Während eines Vorbereitungstages am Samstag den 8. August im MOK Kassel haben die Jugendlichen in verschiedenen Workshops die Grundzüge des Drehbuchschreibens, der Schauspielerei und die technischen Grundlagen der Kameratechnik erlernt und direkt im Anschluß damit begonnen, ihre Ideen für Kurzfilme zu Papier zu bringen. Die Gesamtgruppe teilte sich in drei ungefähr gleiche Gruppen und in den Kleingruppen wurden in diesem Jahr Drehbücher zu einem Krimi, einer Komödie und einem Horrorfilm entwickelt.

Am Montag den 10. August ging es dann morgens mit dem Reisebus auf die Burg Ludwigstein. Die Burg Ludwigstein war bereits 2002 und 2003 Schauplatz des Videocamps und zeichnet sich natürlich in erster Linie durch die wundervolle historische Kulisse aus, außerdem gibt es ein kleines Schwimmbad, das eine hervorragende Abwechslung zu anstrengenden Drehtagen bietet.

Der Montag und Dienstag waren bestimmt von Detailplanungen und Dreharbeiten. Videocamp bedeutet zwar Ferien und Spaß für die Jugendlichen, aber das Drehen eines Filmes und die damit verbundene Teamarbeit setzt bei den Jugendlichen unglaubliche Kreativität und Engagement frei, so das es nicht ungewöhnlich ist, das von morgens bis spät in die Nacht gedreht wird. Neben der Vermittlung von Medienkompetenz die zwangsläufig mit einem solchen Projekt verbunden ist, geht es um die Grundlegenden Dinge des sozialen Miteinanders und das Ausprobieren und Erfahren verschiedenster Fähigkeiten vor und hinter Kamera.

Am Mittwoch und Donnerstag wurden dann die letzten Szenen gedreht und die Filme geschnitten. Wie schon bei der Ideenentwicklung, den Drehbüchern, der Umsetzung mit der Kamera, war auch der Schnitt selbstständig von den Jugendlichen durchgeführt. Die Teamer der einzelnen Gruppen standen im gesamten Prozess immer hilfreich zur Seite und halfen in allen Phasen der Produktionen. Das auch durchaus Ergebnisorientiert, denn das Ziel der Jugendlichen sind Filme, auf die sie stolz sein können und die sie anschließend im Bekanntenkreis und unter Freunden präsentieren können. Dieses Prinzip der Anleitung zum Selbermachen und das Ziel eines tollen Filmes sind so etwas wie der Erfolgsgarant des Videocamps. Es sind die Ergebnisse der Jugendlichen und die identifizieren sich zu 100% mit den Ergebnissen.

Am Donnerstagabend um 18 Uhr wurden die fertigen Filme dann der Öffentlichkeit präsentiert. Hierzu werden traditionell alle Eltern und andere Gruppen die zu der Zeit am Veranstaltungsort sind (und die Dreharbeiten mitbekommen haben und teilweise sogar als Statisten eingesetzt wurden) eingeladen. Auch die diesjährige Präsentation, die wie immer von den Jugendlichen selbst moderiert wurde, war ein großer Erfolg und die Zuschauer waren begeistert von den Ergebnissen. Auch in guter Tradition werden die Eltern nach der Präsentation nach Hause geschickt und die Präsentation wird von den Jugendlichen und den Teamern gefeiert. Der anschließende Freitag wird dann zur Reflektion der Filme und des Videocamps an sich genutzt. Auch in diesem Jahr gab es viel Lob von den Jugendlichen an die Teamer und nur wenige Kritikpunkte, wie zum Beispiel: „Das Wetter war schlecht“ und „das Videocamp müsste länger gehen“

Ein Beispiel des Videocamps möchte ich hier präsentieren. Es ist der Horrorfilm „the forgotten“. Ziel der Jugendlichen war es, einen „echten“ Horrorfilm zu produzieren, bei dem man sich als Zuschauer erschreckt und auch ein bisschen fürchtet. Da bei ging es nicht um den Einsatz von Splatterlementen, sondern vielmehr um die Geschichte und die Spannung, ohne alles im Detail zu zeigen.

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Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz

morgenroethe KopieBei meinem vorletzten Besuch in Stollberg bei der Familie meiner Freundin, las ich in der dortigen Lokalzeitung einen Artikel über die Deutsche Raumfahrtausstellung in Morgenröthe-Rautenkranz. Nun ist mir natürlich Sigmund Jähn ein Begriff und dunkel konnte ich mich sogar daran erinnern, das er dort geboren ist. Da mich die Raumfahrt schon immer interessiert hat (siehe 1. Fernseherlebnis) war klar, das ich unbedingt in die Ausstellung wollte. Von Stollberg aus ist es auch nur eine gute Stunde mit dem Auto durch das Vogtland zu fahren.

Die Strecke kann man schon als malerisch bezeichnen, zumal wir auf der Fahrt herrlichstes Wetter hatten. Was mir aufgefallen ist, ist das es unzählige alte leerstehende Fabrikgebäude, teilweise mitten im Wald, gibt. Es ist eben mittlerweile eine Gegend, in der wenig Arbeitsplätze vorhanden sind und aus der die Jugend eher wegzieht.

In Morgenröthe-Rautenkranz angekommen, sind wir dann direkt zu der großen Halle mit der Raumfahrtausstellung gefahren. Schwer zu finden war es nicht, da das Dorf eher klein und überschaubar ist. Die Ausstellung selbst hat mich dann wirklich beeindruckt. Im Bereich der bemannten Raumfahrt gibt es neben Originalraumanzügen viele interessante Exponate. Viele Kosmonauten und Astronauten haben dazu die Ausstellung mit Geschenken und Leihgaben unterstützt. Ein weiteres Highlight ist sicher das MIR-Trainingsmodul, in dem viele Astronauten auf ihren Aufenthalt im Weltraum vorbereitet worden sind. Insgesamt kann ich diese wirklich schön gemachte Ausstellung empfehlen.

Mit freundlicher Genehmigung von www.klangundkleid.de
Mit freundlicher Genehmigung von http://www.klangundkleid.de

Anschließend waren wir dann noch bei Verwandten, die in Morgenröthe-Rautenkranz leben, auf eine Tasse Kaffee. Hier habe ich dann auch erfahren, das meine Freundin Sigmund Jähn fast persönlich getroffen hätte. Sie war unter den Gewinnern eines Malwettbewerbs zum Thema Weltraum und wurde nach Berlin eingeladen um ihn zu treffen. Leider, leider lag das aber genau in der Zeit, wo der lang beantragte Sommerurlaub an der Ostsee stattfand…

> Sigmund Jähn auf wikipedia

5. Phantastischer Trashfilm Festival 2009

Bereits zum 5. Mal findet in Kassel das „Phantastischer Trashfilm“ Festival statt. Am 9. und 10. Oktober werden in der Kulturfabrik Salzmann Video-Produktionen der Gattung Trash, Horror und Fantasy gezeigt.

trashfilm09

Wer am Festival teilnehmen möchte, hat noch bis zum 30. August Zeit seinen Film einzureichen (Format DVD oder MiniDV):

spontitotalfilm
c/o Ralf Kemper
Langenhofsweg 5
34134 kassel

Mehr Infos zu den vorangegangenen Festivals gibt es bei spontitotalfilm.

Passend zum Festival ist Ralf Kempers Film „Toxic Lullaby“ in diesen Tagen abgedreht. Als kleinen Vorgeschmack gibt es hier den Trailer:

Trailer Toxic Lullaby

JK Wedding Entrance Dance

Eigentlich wollte Kevin Heinz das Video nur für Freunde und Familie ins Netz stellen. Ein Video das während seiner Hochzeit mit Jill Peterson entstanden ist. Bis heute haben es über 17 Milionen Menschen (update vom 15.9.2009/0:36Uhr – 24.516.464 Aufrufe) auf youtube gesehen. Ein echtes Phänomen und sie selbst hätten nie mit einem solchen Interesse gerechnet. Auf ihrer Website schreiben sie: „Our experience since we posted the video has been incredible. We would never have expected this response to our wedding entrance in a million years.“

Als ich das Video gestern zum ersten Mal sah, habe ich wohl die vollen 5:10min. „durchgelächelt“. Das ist es, was das Video einfach so wundervoll macht, es zeigt Lebensfreude, Liebe und Freundschaft – eben das was man gern bei einer Hochzeit und auch sonst gern sehen möchte.

Das Lied „Forever“ von Chris Brown als echter Sommerhit tut sein übriges. Chris Brown, der ja mehr dadurch bekannt geworden ist, das er seine Freundin Rihanna verprügelte, verkauft seine Single jetzt übrigens deutlich besser als vor dem Hochzeits-Video. Er profitiert auch davon, das direkt vom Video auf iTunes verlinkt wurde (Platz 4 der iTunes Single Charts, Stand 31. Juli 2009) und der Song tausendfach gekauft worden ist.

Chris Brown verdient also gut am Video von Jill und Kevin mit und aus diesem Grund schreiben die beiden weiter auf ihrer Website: „Due to the circumstances surrounding the song in our wedding video, we have chosen the Sheila Wellstone Institute. Sheila Wellstone was an advocate, organizer, and national champion in the effort to end domestic violence in our communities.“

Mittlerweile findet sich auch das „Scheidungsvideo“ auf youtube. Es hat nahezu dieselbe Choreografie, wurde aber von der New Yorker Video Produktionsfirma „Indigoprod“ mit professionellen Tänzern als Viral für die Firma „Ricoh“ produziert. Über die Entstehung des Videos gibt es einen sehr interessanten Artikel im Sydney Morning Herald

E-Mail-Interview mit Prof. Michael Rotert

Genau 25 Jahre nach der ersten Mail, die Prof. Michael Rotert damals empfangen hat, hatte ich die Chance ihn kurz zum Thema E-Mail, Schule und Internet per Mail zu befragen.

Jörg Ruckel: Unbestritten haben E-Mails die Kommunikation und das Arbeitsleben nachhaltig verändert. In meiner täglichen Praxis werde ich oft mit Lehrern konfrontiert, die auch der E-Mail sehr unaufgeschlossen entgegentreten. „Die Sprache verkümmert“, „die face-to-face-Kommunikation geht verloren“ und  „E-Mails sind im schulischen Lernen unnötig“ sind häufige Aussagen. Für Sie, der beruflich und in Forschung und Lehre täglich mit dem Kommunikationsmedium zu tun hat (und die Entwicklung von Anbeginn erlebt hat), was würden Sie diesen Lehrern entgegenbringen?

Prof. Michael Rotert: Das erinnert mich an die gleiche Argumentation wie früher, als das Fernsehen neu war: Das verdummt, macht die Augen schlecht, etc. etc. Wenn man mit einer Technologie nicht zurechtkommt, mag man sie nicht und sucht nach allen nur denkbaren Argumenten, um diese Aversion zu stützen. Tatsache ist aber, dass wir und auch die Sprache einer ständigen Entwicklung unterliegt und sich in frühen Zeiten schon aufgeregt haben, wegen der vielen französischen Vokabeln in der deutschen Sprache (Friseur, Trottoir etc. etc.). Heute sind es die englischen Anteile (denglisch) oder die Sprache bei Mail. Entwicklung lässt sich nicht aufhalten, man darf dies aber nicht verteufeln (hat in meiner Jugend schon nichts gebracht), sondern muss dies als Chance betrachten. Gerade von Senioren höre ich, dass sie mit ihren Kindern und Enkeln wieder richtigen Kontakt haben, nachdem sie täglich kurz mailen oder Fotos schicken. Wohlgemerkt, Leute die mit 70 noch neu einsteigen in die Materie. Lehrern, die wie o.a. argumentieren, kann man eigentlich nur die Befähigung für ihren Beruf absprechen, denn gerade sie sollten die Kinder lehren, mit dem Medium korrekt umzugehen. Wer aber das Medium nicht verstanden hat……

Ich fürchte aber prinzipiell, dass solange die PHs und Unis die Lehrer nicht auch in Medienkompetenz ausbilden, diese keine Anhaltspunkte haben, wie man das vermitteln kann. Man muss dann eigentlich auf die nächste Generation von Hochschullehrern rechnen.


Jörg Ruckel: Nicht nur auf politischer Ebene sondern auch unter Lehrern und Eltern wird vorrangig darüber diskutiert, dass das Internet vielfältige Risiken für Kinder und Jugendliche bietet. Ich gehöre zu den Pädagogen, die zunächst Wissen um Chancen und Möglichkeiten vermitteln. Auch aus Ihrer Erfahrung heraus, wo liegen die Chancen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Lernen an Schulen und Hochschulen?

Prof. Michael Rotert: Jede Autostraße bietet Risiken, die Kinder müssen lernen, damit umzugehen, denn fernhalten kann man sicher nicht alles Üble.Das ungeheure Wissen, welches jedem Internetteilnehmer zur Verfügung steht, erlaubt eigentlich der Schule schon sehr frühzeitig die Kinder recherchieren zu lassen und dies vorzutragen. Damit kann die ART VON LERNEN, DIE IM STUDIUM NOTWENDIG IST EIGENTLICH SCHON SEHR FRÜH EINGEFÜHRT WERDEN, bzw. zum selbstständigen Lernen erzogen werden. Die Allgemeinbildung wird es danken! Weiterhin gibt es heute schon Programme mit Erfolgskontrolle für viele schulische Bereiche (sogar Sport), so dass im günstigsten Fall das Internet die Nachhilfe ersetzen kann – auf jeden Fall können Dinge im Krankheitsfall nachgelernt werden. Wenn man den Umfang der im Internet verfügbaren Information betrachtet, dann überwiegen ganz klar die positiven Inhalte. Plakativ gesprochen, wegen 3 toten Autofahrern wird keine Straße geschlossen. Kinder vor allem Übel behüten, gaukelt diesen eine heile Welt vor, die es so einfach nicht gibt – natürlich auch nicht im Internet. Was passiert denn einem Erwachsenen, wenn er die ganzen Kinderkrankheiten erst im Alter bekommt, nur weil die Eltern es vor diesen Krankheiten um jeden Preis geschützt haben?

Professor Michael Rotert ist unter anderem Gründungsmitglied der Internet Society und von DENIC, Vorstandsvorsitzender des eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., Präsident von EuroISPA sowie als Gutachter für die Europäische Kommission, UN und US Dept. of Commerce tätig.


Geschichte der Email

Am 3. August 1984 wurde in Deutschland die erste Email empfangen. Michael Rotert von der Universität Karlsruhe (TH) empfing unter seiner Adresse „rotert@germany“ eine Grußbotschaft der US-amerikanischen Plattform CSNET: „Willkomen bei CSNET.“erstemail

Bereits 1971 hatte der Ingenieur Raymond Samuel Tomlinson die Idee, das sich Menschen über ihren Computer Nachrichten schicken könnten. Eine gute Idee, aber Computer wie wir sie heute kennen, gab es damals noch nicht. Computer waren damals groß wie Kleiderschränke und die Bedienung war nicht unbedingt einfach.

Raymond Tomlinson arbeitete damals bei Bolt Beranek and Newman (BBN). Die Firma soll für das Verteidigungsministerium das Computernetz Arpanet aufbauen – Das Netz, aus dem dann das Internet werden sollte. Er braucht einige Stunden bis das Programm fertig geschrieben ist, mit dem man Emails schreiben, lesen und verschicken kann. Und er steht vor einem Problem: Wie soll er den Benutzer und den Rechner auseinanderhalten? Er braucht ein Zeichen, das in keinem Namen vorkommt. Tomlinson entscheidet sich für das @-Symbol und gibt sich die erste Email-Adresse tomlinson@bbntenexa. Kein .com, kein .org – weil das wird erst später erfunden.

Dann verschickt er die erste Email in der Geschichte. Von einem Computer zu einem anderen – beide standen in einem Zimmer, verbunden über das Arpanet. Was in der Mail stand weiß er nicht mehr – es waren zunächst verschiedene Testmails. In einer Mail an verschiedene andere Nutzer des Arpanets erklärte er dann die Verwendung des @-Zeichens. Das aus dieser Idee und dem ersten Einsatz heute die wichtigste Kommunikationsanwendung werden sollte, hat er sich nicht träumen lassen. Heute werden täglich Milliarden Emails verschickt und die Email hat das Arbeitsleben und die Kommunikation nachhaltig verändert.

In diesem Jahr wurde Raymond Tomlinson als „Vater“ der Emails mit dem Prinz-von-Asturien-Preis ausgezeichnet. Mit der Erfindung hat er die Welt der Kommunikation revolutioniert, erklärte die Jury.

Spektakuläres Musikvideo

Das Video startet ziemlich unspektakulär und mutet zunächst eher an, wie eine der unzähligen Coverversionen auf Youtube. Was sich aber dann entwickelt, ist eine furiose Montage von vielen Webcam-Aufnahmen zu einem Gesamtkunstwerk.

Es ist das Musikvideo der japanischen Band „Sour“ zu ihrem Titel „Hibi no neiro“. Die Band forderte dazu ihre Fans weltweit auf, eine vorgegebene Choreografie mit ihrer Webcam aufzunehmen.

Die vier Regisseure Masashi Kawamura, Hal Kirkland, Magico Nakamura und Masayoshi Nakamura arrangierten daraus ein ästhetisches, kurioses und überraschendes Video. Die einzelnen Fans und Webcambilder treten plötzlich in eine verblüffende Interaktion.

Ich gebe zu, dass mich die Musik nicht wirklich vom Hocker haut, aber die Einfälle und die Montage finde ich spektakulär.

Mittlerweile wurde das Video fast eine Million Mal auf Youtube angeklickt und in unterschiedlichen anderen Videoplattformen gepostet.

Viel Spaß und lieben Dank an masakaaa

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